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Lot:336 (Europe/Asia/Africa/Australia)
Title:Oude West-Indische Compagnie (West-Indische Handels-Compagnie)
Details:Umwandlung einer Anleihe über 200 £ in Aktien der Compagnie 10.11.1662 (R 12).
Starting
price:
5.000,00 EUR
Issuing-
date:
10.11.1662
Issuing-
place:
(Middelburg)
Picture:Oude West-Indische Compagnie (West-Indische Handels-Compagnie)
Number:3
Info:Die West-Indische Handels Compagnie wurde 1621 gegründet, ausgestattet mit einem Oktroi der Generalstaaten für die Dauer von 24 Jahren. Die Compagnie war damit autorisiert, an der Westküste Afrikas, in Amerika, auf allen Inseln, die zwischen Amerika und Afrika liegen und in den südlichen Ländern zwischen den Meridianen vom Kap der Guten Hoffnung bis zur östlichsten Region Neuguineas nicht nur Handel zu betrieben und Kolonien zu gründen, sondern sich auch kriegerisch zu betätigen. Die Idee, eine Handelsgesellschaft mit diesen weitgreifenden Privilegien zu versehen, geht bereits auf das 16. Jh. zurück, als erstmals das Vorhaben reifte, diese Gesellschaft zu gründen. Ziel war es, mit einer solchen Gesellschaft, niederländische Kolonien in Amerika zu gründen und die dort bereits angesiedelten spanischen Kolonisten zu bekämpfen. Die Umsetzung ließ aufgrund der 12jährigen Besetzung der Niederlande (1609-1621) lange auf sich warten und so wurde die West-Indische erst nach Beendigung der Belagerung am 3.6.1621 gegründet. Den Gründungsvätern fehlte aber zunächst noch das entsprechende Kapital, weshalb die Regierung die Holländisch Ostindische Handels-Compagnie mit seichtem Druck dazu bewegte, 1 Mio. Gulden in die Neugründung zu investieren. Nach zwei Jahren hatte die West-Indische 7 Mio. Gulden beisammen. Einer der erfolgreichsten Admiräle der West-Indischen war Piet Hein (1577-1629), der 1628 die spanische Silberflotte in der Bucht von Matanzas bei Kuba besiegte. Die Erträge, die aus diesen Kriegseingriffen gegen die Spanier erlöst wurden, mussten in der Buchführung von den normalen Handelsgeschäften getrennt werden. Enorme Gewinne erzielte die Gesellschaft auch mit dem Sklavenhandel, der mit der Eroberung der afrikanischen Westküste einen enormen Aufschwung erlebte und sich bei den südamerikanischen Plantagenbesitzern reißender Nachfrage erfreute. Der Westfälische Frieden von 1648 bremste die Erfolgsfahrt der Gesellschaft: Kapernfahrten auf spanische Schiffe wurden ihr untersagt. Die folgenden finanziellen Schwierigkeiten waren nicht mehr zu beheben, 1674 beschloss die Regierung ihre Auflösung. Ein Jahr später, 1675, wurde eine gleichnamige Nachfolgegesellschaft gegründet. Ihre Privilegien beschränkten sich auf das reine Handelsgeschäft. Ihr wurde das alleinige Handelsrecht für Westafrika, Surinam und die karibischen Inseln übertragen. Das Hauptgeschäft dieser Gesellschaft war ebenfalls der Sklavenhandel, aber auch der Zuckerexport aus Surinam. Der 4. Englische Krieg von 1780-1784 stürzte auch diese Gesellschaft in ein finanzielles Fiasko: 1792 wurde sie verstaatlicht und als staatliche Westindische Handelsgesellschaft weitergeführt. (Das vorliegende Stück beurkundet die Übertragung eines Besitzanteils an den niederländischen Staat.) Die Aktienmajorität übernahm König Willem I. Ab 1828 ging die West-Indische Handel Compagnie eine Interessengemeinschaft mit der Niederländischen Handelsgesellschaft, der Vorgängerin der ABN-Amro Bank, ein.
Specials:Die Urkunde dokumentiert die Umwandlung einer Obligation in reguläre Aktien der Alten Westindischen Kompanie nach einer Reorganisation des Kapitals und einem gerichtlichen Verfahren, ausgegeben durch die Direktoren der "Oude West Indische Compagnie" der Kammer Zeeland. Sie behandelt eine bereits früher ausgegebene Obligation, die nun in Anteile des Kapitals der Kompanie umgewandelt und im neuen Hauptbuch der Kompanie eingetragen wird. Weiter wird erklärt, dass dieser Betrag nun vollständig in das gemeinsame Kapital der Kompanie einbezogen wurde, also als Einlage gilt; dafür erhält der Inhaber der Obligation (Daniel de Reus) im neuen Kapitalbuch der Westindischen Kompanie Anteile in Form von "neuen lebenden Aktien" in entsprechender Höhe. Der Inhaber der Obligation wird nun als "Participant" (Aktionär/Teilhaber) im neuen Hauptbuch geführt. Es folgt die genaue rechnerische Herleitung, wie viele Aktien aus dem ursprünglichen Kapital entstehen. Die Obligation wird nicht mehr als Schuldpapier, sondern jetzt als Kapitaleinlage betrachtet und erlischt dadurch als selbständiges Wertpapier. Wie rechtmäßig festgestellt wurde, wurde der Betrag von 24 Pfund 3 Schilling 8 Pence auf Hundert berechnet, in Aktien umgewandelt. Druck auf Büttenpapier mit Wasserzeichen, verziert mit Initialbuchstaben.
Availability:Museale Rarität aus Sammlung Werner Deichmann. (R 12)
Condition:VF
Sold:unsold
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