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Losnr.:855 (Deutschland bis 1945)
Titel:Eisenhütten-AG Blücher
Auflistung:Namens-Actie 200 Thaler 1.3.1858. Gründerstück (Auflage 5000, R 10).
Ausruf:6.000,00 EUR
Ausgabe-
datum:
01.03.1858
Ausgabe-
ort:
Dortmund
Abbildung:Eisenhütten-AG Blücher
Stücknr.:1484
Info:In dem Gebiet zwischen der Emscher im Norden und der Ruhr im Süden sowie Opherdicke im Osten und Essen im Westen befanden sich riesige Erzvorkommen, die 1839 entdeckt. Für die ersten geheim durchgeführten Versuche ab 1851 zur Herstellung von Roheisen konnte die Hermannshütte in Hörde gewonnen werden, die in der Sayner Hütte bei Benndorf an der Lahn zu Testzwecken aus 3.500 Zentner Black-Band-Erz Roheisen herstellen ließ. Die Qualität war so hervorragend, daß man unbedingt tiefer in das Projekt einsteigen wollte. Weitere Bodenuntersuchungen folgten, auch diese Ergebnisse waren vielversprechend. Die Hermannshütte entschloß sich, die Vorkommen nicht nur zu verarbeiten, sondern auch zu fördern. So kam es bereits ein Jahr nach der Entdeckung zur Gründung des "Hörder Bergwerks- und Hüttenverein". Das rief natürlich die Konkurrenz auf den Plan und die Qualität der Bodenschätze konnte nicht mehr allzu lange geheimgehalten werden. Einer der Konkurrenten, nämlich dem eigentlichen Gegenstand unserer Firmenbeschreibung, veranlaßt uns jetzt zu einem Szenenwechsel: Unter Federführung des Amtmannes Loebbecke aus Aplerbeck, der in eben jenem Bezirk große Chancen für die Entwicklung des Bergbaus und der eisenverarbeitenden Industrie inklusive Erschließung durch die Eisenbahn sah, trafen sich im weit entfernten Düsseldorf acht weitere honorige Herren, u.a. auch August Kromayer (ehemaliger Direktor der Hermannshütte) zu einem Treffen. Zweck des Meetings war die Errichtung eines neuen Unternehmens, nämlich der Bau eines Hüttenwerkes, das mit Steinkohle und Eisenerz aus gesellschaftseigenen Gruben versorgt werden sollte. Die Beteiligten verfügten bereits über Schürf- und Förderrechte an verschiedenen Arealen, teil südlich um Aplerbeck, teils auch im Hessischen und Waldeck'schen Raum. Die eigentliche Gründung der "Dortmund-Hörder Eisenhütten-Aktiengesellschaft", Dortmund erfolgte am 26.3.1856. Als Zentrum des neuen Unternehmens war ein Hüttenwerk in Aplerbeck vorgesehen, verkehrstechnisch sehr günstig in der Nähe des Bahnhofes gelegen. Im Laufe der Zeit wurden weitere Gelände dazu gekauft. Ganz in der Nähe befanden sich mehrere Zechen, die das Werk mit Steinkohle und Black-Band versorgten. So verzichtete man auf die Erschließung der eigenen Kohlenfelder. Außerdem profitierte die Hütte von ebenfalls nah liegenden Eisenerzfeldern. Von den 47 Erzfeldern, die zum Gründungskapital der Gesellschaft gehörten, lagen immerhin 33 im Raum Aplerbeck. Umfangreiche Baumaßnahmen wurden begonnen: Es wurden Hochöfen und Puddelwerke errichtet zur Umwandlung des spröden Roheisens in schmied- und walzbares Eisen. In einer daran angeschlossenen Walzwerkanlage war die Weiterverarbeitung des Eisens vorgesehen. Ferner entstand eine Eisengießerei, eine Kesselschmiede und eine mechanische Werkstatt. Gebläsemaschinen, Winderhitzer, Gichtaufzüge, ein Möllerhaus, eine Gießhalle sowie Dampfkesselanlagen entstanden. Noch während der länger währenden Bauarbeiten änderte 1857 das Unternehmen seinen Namen, vermutlich um Verwechslungen mit ähnlich klingenden Unternehmensnamen auszuschließen. Der Name lautete nun "Eisenhütten-Actien-Gesellschaft Blücher", das Werk in Aplerbeck nannte sich "Aplerbecker Hütte". Die Baustelle war gigantisch. Auch die Gründer schienen den immensen Aufwand falsch eingeschätzt zu haben, denn sie stellten fest, daß das Aktienkapital von 1 Million Thaler nicht reichte. Die Generalversammlung vom 4.11.1857 genehmigte daher weitere 300.000 Thaler, die als Anleihe platziert wurden. Das war nicht ganz leicht, denn 2 Jahre zuvor wurden allein in Dortmund 26 neue Aktiengesellschaften gegründet, so daß es an kapitalkräftigen Investoren fehlte. Erst Ende November 1858 stand das Anleihe-Kapital zur Verfügung. Im Juli 1858 gingen die Kesselschmiede sowie das Puddel- und Walzwerk in Betrieb und endlich, im Dezember 1858, wurde in einem feierlichen Akt der Hochofen in Aplerbeck angeblasen und der erste Abstich durchgeführt. Ab April 1859, nach den üblichen Kinderkrankheiten einer neuen Anlage, lief der Hochofen dann auf voller Leistung zur allgemeinen Befriedigung aller Investoren. Die hohe Qualität des Roheisens sprach sich sehr schnell herum, und die Konditionen waren für die Kunden recht gesalzen, die dennoch den höheren Preisforderungen der Hütte willig nachkamen. Die Hochphase hielt jedoch nicht lange an. Schon Mitte 1859 mußte das Direktorium in einer außerordentlichen Generalversammlung den Aktionären die schwierige finanzielle Lage der Hütte klarmachen. Doch diese schossen kein Geld nach und so mußte das Puddel- und Walzwerk stillgelegt werden, außerdem entließ man 192 Arbeiter sowie einen Teil der Büroangestellten. Aber nicht nur die "Blücher", auch der benachbarte Hörder Verein (quasi der Entdecker der Erzquellen) krankte an der Rezession, ebenso wie die "Dortmunder Hütte" und die "Paulinenhütte". Auch dort waren die Arbeiter gezwungen, wieder abzuwandern und anderweitig nach Arbeit Ausschau zu halten. Am 3.11.1859 faßte die Generalversammlung den Beschluß, die Aplerbecker Hütte vollständig still zu legen, nachdem auch ein nochmaliger Appell an die Aktionäre gescheitert war, weiteres Kapital zur Verfügung zu stellen. Der Grund für die Schieflage war aber nicht nur in der Rezession zu suchen, sondern auch weil die Hütte in Teilbereichen noch nicht voll betriebsfähig war und auch aufwendige Nachbesserungen notwendig waren. Der Ausfall einer Maschine verursachten zeitweise den Stillstand des gesamten Walzwerkes. Ein bestellter Gutachter erklärte der Generalversammlung, daß die Aplerbecker Hütte zwar gut und prinzipiell lebensfähig sei, das Werk aber entgegen den eingeplanten Mitteln zu groß ausgefallen sei. Aber auch die Stahlkrise in Europa trug ihren Teil zu der schwierigen Situation bei. Die Erzeugung von Roheisen stieg in Preußen von 2,8 Millionen (1852) auf 9,8 Millionen (1857) Zentner. Die nach Deutschland exportierende Konkurrenz des benachbarten Auslandes reagierte mit Preissenkungen. Der Preis für Roheisen erreichte 1858, dem Jahr der Betriebsaufnahme der Aplerbecker Hütte einen neuen Tiefstand. Die anvisierten Verkaufserlöse konnten nicht erreicht werden. Am 9.3.1860 versuchte der Verwaltungsrat letztmalig, von den Aktionären zusätzliches Geld zu erhalten. 200.000 Thaler wurden dringend benötigt. An diesem Tage erhielt das Direktorium eine Zusage von nur 10% der geforderten Summe. Damit war das Ende der Eisenhütten-Actien-Gesellschaft "Blücher" besiegelt. Am 10.3.1860 wurde der Hochofen ausgeblasen und das Werk vollständig stillgelegt. Am 13.3., vier Jahre nach dem ersten Treffen in Düsseldorf, mußte der Konkurs angemeldet werden. Es war der bitterste Tag im Leben der anfangs doch vielversprechenden Hütte. 1862 rafften sich einige Finanziers nochmals auf und führten eine Neugründung der Aperbecker Hütte durch. 1925 wurde sie dann endgültig stillgelegt, 1930 erfolgte der Abbruch der Anlagen und Schornsteine. Auch andere Zechen der Gemeinde wurden 1925/26 stillgelegt, ein Verlust von 2000 Arbeitsplätzen war die Folge.
Besonder-heiten:Ausgestellt auf Hermann Winckler, Berlin. Originalunterschriften. Die Vignette zeigt den preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher (1742-1819). Als eines der beiden Leitbilder auf der Aktie hat man sich mit Bedacht seines Portraits bedient, galt Blücher doch als beharrlich, vorwärtsstrebend und offensiv - ganz so, wie man sich die Führung der Hütte vorstellte und den Anlegern auch entsprechend suggerieren wollte. Der Firmenname ist komplett als Wasserzeichen über gesamten Fläche angelegt. Linksseitig Prägedruck im Wortlaut "BLÜCHER EISENHÜTTEN GESELLSCHAFT DORTMUND. Lithographie von H. Kaufmann aus Münster, in der Druckplatte signiert.
Verfügbar:Rarität! Seit Jahrzehnten nur vier Stücke bekannt (#133, 1244, 1483, 1484). Nicht in‘s Druckbild gehende Randschäden sind perfekt restauriert. (R 10)
Erhaltung:VF.
Zuschlag:offen
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