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Losnr.:272 (Skandinavien)
Titel:Danske West-Indiske og Guineiske Compagnie
Auflistung:Aktie 1.000 Riksdaler Courant 30.07.1733, ausgestellt auf Excellence Hoijaedle og velbaarne Hr. Geheime Raad Otto Blome (Das alte niedersächsische Adelsgeschlecht Blome war seit dem 18. Jh. auf Schloss Heiligenstedten in Holstein ansässig. Otto Blome I war, wie schon zuvor sein Vater und Großvater, jahrelang als Diplomat in dänischen Diensten tätig.), inwendig 1736 übertragen auf Excellence Hr. Geheime Raad og Ober Camer-Herrn Carl Adolph von Plessen (1678-1758). Er war zu dieser Zeit einer der einflussreichsten Männer bei Hofe und nebenbei nicht nur der PRÄSIDENT der Danske West-Indiske og Guineiske Compagnie, sondern auch Kurator und engster Freund von Prinz Carl und Prinzessin Sophie Hedevik, Kinder des Dänenkönigs Frederik IV, der wiederum 1721 Anna Sophie Reventlow zu seiner Gemahlin machte (zur Geschichte der Reventlows siehe Los XXXXXX). Die Ausgabe der Aktie steht im Zusammenhang mit dem Erwerb der westindischen Insel St. Croix.
Ausruf:10.000,00 EUR
Ausgabe-
datum:
30.07.1733
Ausgabe-
ort:
Kopenhagen
Abbildung:Danske West-Indiske og Guineiske Compagnie
Info:Der Überseehandel war ein großkapitalistisches Unternehmen. In die Forts, in die Plantagen, in die Schiffe, in die Waren (einschliesslich der Sklaven) mußten gewaltige Summen investiert werden. Der Staat hatte im allgemeinen weder das Geld noch die unternehmerischen Fähigkeiten. Daher wurde das benötigte Kapital durch Handelskompanien aufgebracht. Hier nehmen die Aktiengesellschaften ihren Anfang. In der Aktionärsliste obenan standen meist die Herrscher und Angehörige des Herrscherhauses. Von dieser hohen Stelle wurden der Gesellschaft denn auch gern Privilegien und Monopole verliehen. Die Königliche Dänisch Westindische und Guineische Kompanie wurde gegründet 1653 unter dem Namen Dänisch Westindische Handelsgesellschaft (1674 umbenannt). Der dänische König verlieh der Gesellschaft das Monopol für den Handel mit den Karibischen Inseln und der afrikanischen Küste. Im Gegenzug übernahm sie die Verwaltung und Verantwortung für die Übersee-Dependancen sowie deren Unterstützung, Kultivierung, Verteidigung und Pflege des Rechtssystems. Zunächst war die Kompanie für die Westindische Insel St. Thomas in der Karibik (heute zu den Jungferninseln gehörend) verantwortlich. Bereits 1673 hatte die Kompanie die ersten afrikanischen Sklaven auf der Insel offiziell eingeführt. Im Jahre 1784 beanspruchte das dänische Unternehmen auch die Nachbarinsel St. John für sich, die bisher als Piratenstützpunkt diente. Dänemark kolonisierte die Insel allerdings erst 1718 mit Sklaven von St. Thomas. Nach dem Erwerb der Inseln St. Thomas und St. John machte der Zucker bereits die Hälfte der nach Kopenhagen verschifften Ladungen aus. Aufgrund des steigenden Zuckerbedarfs in Dänemark beteiligte sich die Kompanie an der Zuckerherstellung und gründete in der Nähe von Kopenhagen eine Zuckerraffinerie in der Form einer AG. Die steigende dänische Nachfrage nach raffiniertem Zucker führte zu einem ausgeprägten Kaufinteresse der Kompanie an der Insel St. Croix mit ihren weitläufigen Zuckerrohrplantagen. St. Croix, die grösste der drei Westindischen Inseln, befand sich seit 1651 in französischem Besitz. Nach Verhandlungen mit den Unterhändlern des französischen Königs einigte man sich auf einen Kaufpreis von 195.000 Reichstalern. Der Vertrag für die Abtretung der Insel an die Königliche Dänisch Westindische und Guineische Kompanie wurde schliesslich am 15.6.1733 von dem Abgesanden und Vertreter des französischen Königs, dem Grafen von Plelo und dem Bürgermeister Friedrich Holmstedt stellvertretend für die Kompanie ratifiziert. 1734 erhielt die Kompanie das Oktroy mit dem Alleinrecht, in Kopenhagen eine Zucker-Raffinerie anzulegen. Gleichzeitig erhöhte der Staat den Zoll auf ausländischen Zucker und wenig später verbot er seine Einfuhr ganz. Das Unternehmen sicherte sich in den folgenden Jahren nicht nur das Monopol für Import und Raffinierung von Rohzucker in Dänemark, sondern auch das für Norwegen. Das Zuckermonopol erwies sich als äußerst lukrativ und gewinnbringend für die Kompanie, die innerhalb von 20 Jahren die Zuckerproduktion in St. Croix so ausgebaut hatte, dass sie nicht nur den heimischen Markt, sondern auch das Ausland mit Zucker beliefern konnte. Konkurrenzdruck und weitere Schwierigkeiten führten 1754 zur Auflösung bzw. Übernahme des Unternehmens durch die dänische Krone. Der König zahlte die Aktionäre aus, und der dänische Staat kaufte der Kompanie die Insel St. Croix ab. Sie blieb im dänischen Besitz bis 1917, als sie zusammen mit St. John und St, Thomas für 25 Mio. $ an die USA verkauft wurde.
Besonder-heiten:Doppelblatt auf Büttenpapier, mehrere Originalunterschriften.
Verfügbar:Eine finanzhistorisch hochbedeutende Rarität! Exakt dieses Stück wurde zuletzt auf unserer X. Auktion im Herbst 2000 versteigert (Zuschlag damals 36.000 DM).
Erhaltung:EF.
Zuschlag:offen
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