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Losnr.:1096 (Deutschland bis 1945)
Titel:Perpetuum Mobile
Auflistung:“Franz Gustav Wolff’s allgemeines Welt-System”, Stamm-Actien-Schein 100 Gulden 12.10.1849 “zur Theilnahme an der höchst wichtigen und nützlichen Erfindung des ersten sich selbst bewegenden Kraft-Maschinen-Wagens, oder das Perpetuum Mobile” (R 9).
Ausruf:2.200,00 EUR
Ausgabe-
datum:
12.10.1849
Ausgabe-
ort:
Augsburg
Abbildung:Perpetuum Mobile
Stücknr.:6153
Info:Als Produktionsstätte für diesen Wagen hatte der "Erfinder", der aus Böhmen stammende Porzellanmacher Franz Gustav Wolff das ehemalige Hotel Lutz vor dem Rothen Tore in Augsburg vorgesehen, für dessen Ankauf der Emissionserlös verwendet werden sollte. Wolff bezeichnete sich gar nicht bescheiden als "die deutsche General-Central-Maschinen-Bau-Direction für ganz Europa". Er behauptete, eine "Fahrmaschine" von 60 PS fertig konstruiert zu haben, die ganz ohne Brennmaterialien laufen sollte, in der Leistung auf 2.000 PS zu steigern sei und die Dampfmaschine bald völlig ersetzen würde. Schon wurde eine Probe-Fahrt auf der München-Augsburger Eisenbahn angekündigt. “Diese Stamm-Actien”, verspricht der Text, “werden immer höher steigen, worauf ganz sicher gerechnet werden kann ... Das Nähere beliebe man aus dem beigegebenen Prospect und der lithographirten Abbildung des Wagens zu entnehmen.” Der Text der Aktie spricht unmißverständlich von “I. Classe der Stamm-Actien mit nur viertausend Stück”, doch nicht einmal die Tatsache, daß Wolff noch Nummern weit jenseits der 5000 unter’s Volk brachte, öffnete den vor Gier blind gewordenen Aktienzeichnern die Augen für die Tatsache: Das Perpetuum Mobile war nichts weiter als ein groß angelegter Schwindel. (Ähnlichkeiten mit jüngsten Ereignissen am Neuen Markt sind nicht beabsichtigt und rein zufällig - und wir können nichts dafür, das der Name Wolff auch fünf Buchstaben und zwei F hat). Auch die gerichtliche Verfolgung Haf.., äh, Wolffs bis in das Jahr 1860 brachte den geleimten Geldgebern keinen roten Heller zurück. Im Gegenteil: Nachdem der ganze Betrug so prima funktioniert hatte und die damals sehr eingeschränkten Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten potentieller Geldgeber das Risiko denkbar gering erschienen ließen, zog Wolff einige Jahre später den gleichen Schwindel noch einmal in Österreich ab. Die dabei verteilte Einladung zur Probefahrt im Mai 1865 bei Linz erging von niemand geringerem als "Im Namen der allerheiligsten untheilbaren Dreieinigkeit". Den potentiellen Aktienzeichnern, waren sie nur gutgläubige Katholiken, sollte wohl die Vorspiegelung göttlichen Beistands jeden Rest eines Zweifels nehmen, daß das Perpetuum Mobilie funktionieren würde.
Besonder-heiten:Blau/schwarzer Druck mit verzierter Umrahmung und rotem Lacksiegel.
Verfügbar:Von dieser ebenso kuriosen wie bedeutenden Rarität wurden in den 80er Jahren in Österreich nur 7 Stücke gefunden, eines davon besitzt inzwischen sogar das Deutsche Museum in München. (R 9)
Erhaltung:Mit Kopien der Statuten, des Prospekts, der Einladung zur Subscription, des Subscriptions-Scheins. VF.
Zuschlag:2.400,00 EUR
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Alle Wertpapiere stammen aus unserer Bilddatenbank. Es kann deshalb vorkommen, dass bei Abbildungen auf Archivmaterial zurückgegriffen wird. Die Stückenummer des abgebildeten Wertpapiers kann also von der Nummer des zu versteigernden Wertpapiers abweichen.

 

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