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Losnr.:179 (Europa)
Titel:Kongelige Danske Westindiske Handels Selskab
Auflistung:Aktie 100 Reichsthaler 11.12.1778.
Ausruf:1.900,00 EUR
Ausgabe-
datum:
11.12.1778
Abbildung:Kongelige Danske Westindiske Handels Selskab
Stücknr.:235
Info:Im Mai 1778 wurde die Gründung einer neuen Handelsgesellschaft mit dem Namen "Dänisch-Westindische Handelsgesellschaft" in der Rechtsform einer AG bekannt gegeben. Das Unternehmen wurde mit einem Kapital von einer halben Mio. Reichstaler ausgestattet, welches auf 5000 Aktien aufgeteilt wurde. Die königliche Verwaltung behielt ca. 2000 Aktien für den späteren Absatz zurück. Die Gesellschaft erhielt neben verschiedenen Zollfreiheiten auch das Recht, auf St. Thomas ein "Entrepot" mit allen Arten europäischer Waren zum Weiterverkauf einzurichten. Zur weiteren Unterstützung wurde außerdem versucht, den nordeuropäischen Kaffeehandel ausschließlich über Kopenhagen zu leiten, indem die Gesellschaft von den Kaffee-Zöllen befreit wurde. Aufgrund des Krieges in Nordamerika wurde St. Thomas Stapelplatz für die Kolonialwaren der kriegsführenden Mächte, die von dort auf den Schiffen der Handelsgesellschaft - zum Teil über Kopenhagen oder direkt - ihren weiteren Bestimmungsorten zugeführt wurden. In den Jahren 1780 bis 1783 arbeitete die Gesellschaft äußerst erfolgreich und gewinnbringend (Dividende: 1781/50%, 1782/40%) und bescherte ihren Anteilseignern innerhalb von sieben Jahren einen stattlichen Kapitalrückfluss von 148%. Der Präliminarfrieden von Versailles am 20.1.1783 leitete das Ende der Kriegskonjunktur ein und führte zu einer weltweiten Wirtschaftskrise. Auch der Westindischen Handelsgesellschaft wurde dadurch die wirtschaftliche Basis entzogen. Die lukrativen Frachten für das neutrale Dänemark waren vorüber, da auch die übrigen Nationen wieder ungehindert am Welthandel teilnehmen konnten. Wegen der geringen Nachfrage und des damit entstandenen Überangebotes wurden die aufgebauten Warenlager von starkem Preisverfall betroffen. Nun begann die Phase der roten Zahlen für die Gesellschaft, die in der Folgezeit große Verluste hinnehmen musste. Wegen auftretender Zahlungsschwierigkeiten kam es trotz umfangreicher staatlicher Stützungsmaßnahmen zu einem starken Nachgeben der Aktienkurse. 1788 wurde die Gesellschaft liquidiert. Die Aktionäre wurden von der dänischen Krone in Form einer 4%igen Schuldv. abgefunden, insgesamt mit 260 Reichtalern pro Aktie.
Besonder-heiten:Mit (entwerteter) Originalunterschrift des Staatsmannes und Unternehmers Ernst Schimmelmann (1734-1831), Dänemarks wirtschaftlich und politisch mächtigstem Mann seiner Zeit (Kommerz-, Finanz- und Außenminister). Weitere Originalunterschriften von den Direktoren Chr. L. Stemann (erster deputierter der Generalzollkamnier), Carl Heinrich Schimmelmann (Schatzmeister), J.O. Schack-Rathlou (Staatsminister), Ove Hoegh-Guldberg (Geheimer Kabinett Sekretär), Nils Ryberg (Großkaufmann) und Conrad Hauser, dem in der Schweiz gebürtigen Geschäftsführer der Gesellschaft. Ausgestellt ist die Aktie auf “Gott Haab”. Hinter diesem Pseudonym verbarg sich der mit 221 Aktien größte Einzelaktionär der Gesellschaft Niels Brock, Kopenhagener Großkaufmann. Äußerst dekorativer Kupferstich mit großer Handels-Vignette.
Verfügbar:Finanzhistorisch eine Rarität.
Erhaltung:EF-VF.
Zuschlag:offen
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