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| Vorheriges Los | Zurück | Nächstes Los | | Losnr.: | 263 (Skandinavien) | | Titel: | Yser-Manufactuur en Aluyn-Werken Garphytte, en in het Aluyn-Werk Beata Christina, in Zweden | | Auflistung: | Interims-Aktie 1000 Gulden 1.4.1776 (Auflage 1063, R 11). | | Ausruf: | 3.400,00 EUR | Ausgabe- datum: | 01.04.1776 | Ausgabe- ort: | Amsterdam | | Abbildung: |  | | Stücknr.: | 20 | | Info: | Die Yser-Manufactuur en Aluyn-Werken Garphytte, ergänzt um das Aluyn-Werk Beata Christina, verkörperte im 18. Jahrhundert ein ambitioniertes Unterfangen der schwedischen Ressourcenwirtschaft, das eng mit den Traditionen der Eisen- und Alaunproduktion in der Provinz Närke verknüpft war. Schweden, als eine der führenden Eisenproduzenten Europas seit dem Mittelalter, profitierte von reichen Erzvorkommen in Regionen wie Bergslagen, wo Bergbau und Verhüttung bereits im 13. Jahrhundert dokumentiert sind - etwa in Norberg mit der ältesten bekannten Hochofen-Anlage Lapphyttan aus der Zeit um 1150-1225. Die Wurzeln der Eisenverarbeitung in Garphyttan reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück, mit frühen Aktivitäten in der Draht- und Eisenproduktion, die den Ort zu einem Zentrum der Metallverarbeitung machten. Im 18. Jahrhundert erweiterte sich die Industrie um die Alaun-Extraktion, ein Mineral, das in der Textilfärberei, Ledergerbung und Pharmazie essenziell war und aus Schiefer gewonnen wurde. Die Grill-Familie, eine prominente Dynastie schwedischer Unternehmer, spielte eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung: Als Exporteure von Eisen und Kupfer kontrollierten sie zahlreiche Eisenwerke, darunter die Garphyttan-Branche, die durch Anthoni Grill (IV) begründet wurde. Diese Familie stieg ab 1700 zu Wohlstand auf, betrieb Eisenhütten wie in Iggesund (erworben 1722) und integrierte Schiffbau- sowie Hafeninfrastruktur, was die Expansion in Alaun-Produktion begünstigte. In den 1770er Jahren wurden in Garphyttan innovative kleinere Verdampfungspfannen errichtet, die den lokalen Schiefer als Brennstoff nutzten und die Effizienz der Alaunherstellung steigerten - eine Anpassung an Ressourcenknappheit und Umweltbedingungen, die den Übergang von Rohstoffmangel zu umwelttechnischen Herausforderungen markierte. Die Gesellschaft operierte in einem Kontext internationaler Finanzierung: Niederländische Investoren, insbesondere aus Amsterdam, unterstützten schwedische Projekte durch Negociationen, da Schweden nach dem Großen Nordischen Krieg (1700-1721) Kapital für seine Ressourcenindustrie benötigte. Die Ausgabe von Anteilen wie dem vorliegenden Recepiß von 1776 diente der Schuldenkonsolidierung und Expansion, wobei die Werke gerichtlich den Gläubigern zugewiesen wurden. Bis ins 19. Jahrhundert blieb Garphyttan ein Industriezentrum, das sich auf Drahtproduktion spezialisierte; 1906 gegründet als Haldex Garphyttan AB, wurde es 2010 Teil des japanischen Nippon Steel Konzerns (heute Suzuki Garphyttan), mit Wurzeln bis 1554. | | Besonder-heiten: | Druck auf festem Büttenpapier, mehrfach original signiert, mit anh. Blatt für vorbereitete Zahlungsquittungen für den Zeitraum 1776-1786. | | Verfügbar: | Nur ein weiteres Exemplar dieser Aktie ist bisher bekannt geworden (#25), aufbewahrt in der Schulich Historical Financial Documents Collection, einer bedeutenden, digital zugänglichen Forschungs- und Erschließungssammlung historischer Finanzbelege von Aktien und Anleihen bis hin zu internationalen Finanzierungsschriften, die exemplarisch dokumentieren, wie Finanzierungsinstrumente über Jahrhunderte hinweg strukturiert, ausgegeben und gehandelt wurden. Sie steht heute im Rahmen der Schulich-Woolf Rare Book Collection an der Queen's University Library in Kanada zur Verfügung. Museale Rarität aus Sammlung Werner Deichmann. (R 11) | | Erhaltung: | EF-VF | | Zuschlag: | offen |
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