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Losnr.:1091 (Deutschland bis 1945)
Titel:Königlich Preussische Seehandlungs-Societät
Auflistung:4 % Obl. 500 Thaler 1.7.1800 (R 12).
Ausruf:15.000,00 EUR
Ausgabe-
datum:
01.07.1800
Ausgabe-
ort:
Berlin
Abbildung:Königlich Preussische Seehandlungs-Societät
Stücknr.:133
Info:Die Gesellschaft wurde von Friedrich II., dem Großen (1712-1786) im Jahr 1772 mit einem Grundkapital von 1,2 Mio. Thaler gegründet. Es war eingeteilt in 2.400 Aktien zu je 900 Thalern. Die Seehandlungs-Societät diente zunächst dazu, mit eigener Flotte unter preußischer Flagge Handel zu treiben. Erster Leiter war Staatsminister von der Horst. Wilhelm der II. nutzte die Seehandlung zur Beschaffung von Geldmitteln für Staatszwecke. Nach den Teilungen Polens 1772 und 1793 wurde der letzte polnische Wahlkönig Stanislaus August Poniatowski zur Abdankung gezwungen und Polen unter Österreich, Preußen und Rußland aufgeteilt. Der reform- und lebensfreudige König hinterließ einen riesigen Schuldenberg, privat wie auch in der Staatskasse. Die annektierenden Mächte übernahmen diese Schulden anteilig (Konvention vom 15.1.1797). Der Gesamtanteil von Preußen betrug über 43 %. Mit einer Kabinettsorder vom 8.10.1799 erkannte König Friedrich Wilhelm III. den Gesamtbetrag als preußische Staatsschuld an und wies die General-Direktion der Seehandlungs-Societät an, einen Amortisationsfonds zur Tilgung und Verzinsung zu errichten. Das dafür benötigte Kapital sollte durch Ausgabe von Obligationen beschafft werden, das vorliegende Stück dokumentiert dies. Der preußische Staat, der Hauptschuldner der Bank, wurde im Krieg gegen Frankreich (1806/07) zahlungsunfähig. Deshalb geriet die preußische Seehandlung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Schwierigkeiten und mußte vorübergehend ihre Tätigkeit einstellen, nahm sie aber 1809 wieder auf. Ihre Aktien wurden 1810 in Staatsschuldscheine umgewandelt, die seitens der Gläubiger unkündbar waren. Bis 1820 blieb die Seehandlung staatlicher Leitung unterstellt, danach wurde sie ein vom Finanzministerium unabhängiges Geld- und Handelsinstitut des Staates. Neben der Erledigung aller Geldgeschäfte des Staates entwickelte sich aber auch ihr Geld-, Wechsel- und Effektengeschäft. Ihre Bedeutung verdankte die Seehandlung zum Großteil dem Geheimen Oberfinanzrat Christian von Rother, späterer Staatsminister Preußens, der die Bank von 1820 bis 1848 leitete. 1918 wurde die Seehandlung Preußische Staatsbank, war bis 1945 weiterhin tätig, 1949 wurde eine Verwaltungsstelle in Berlin-West eingerichtet, heute eine ruhende Altbank nach dem Berliner Altbankgesetz. Die Wirren der Napoleonischen Kriege und der damit verbundene Staatsbankrott Preußens dürften auch die Ursache für die Nichteinlösung dieses bisher einzigen bekannten Exemplars der Obligation sein.
Besonder-heiten:Ein staatlich garantierter Schuldverschreibungstitel, ausgegeben im Rahmen der preußischen Staatsfinanzen. Gedruckt auf Büttenpapier mit Wasserzeichen, Doppelblatt, Mit Kupons von 1813-1816. Eigenhändig unterschrieben von dem Chef der Königlich Preußischen Seehandlungs-Societät Karl August von Struensee (1735-1804). Struensee, der aus einer aus Holstein stammenden Beamtenfamilie hervorging, machte im preußischen Staatsdienst Karriere und wurde 1782 Direktor, 1791 schließlich Chef der Seehandlung. In seiner Amtszeit wurden sowohl die Privilegien der Handelsgesellschaft verlängert als auch deren Aufgabenfeld erweitert, wobei die Gesellschaft zunehmend als Instrument staatlicher Schulden- und Kreditpolitik fungierte, ein Prozess, den die hier präsentierte Schuldobligation exemplarisch dokumentiert.
Verfügbar:Nach dem siegreichen Ende der napoleonischen Kriege wurden alle Staatsschulden wieder bedient, auch vorliegende Obligation wurde vollständig eingelöst. Somit dürfte dieses Stück nicht nur eines der ältesten Wertpapiere einer der ältesten und bedeutendsten Aktiengesellschaften, sondern auch ein Unikat sein. MUSEALE RARITÄT aus Sammlung Werner Deichmann. (R 12)
Erhaltung:VF
Zuschlag:offen
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Alle Wertpapiere stammen aus unserer Bilddatenbank. Es kann deshalb vorkommen, dass bei Abbildungen auf Archivmaterial zurückgegriffen wird. Die Stückenummer des abgebildeten Wertpapiers kann also von der Nummer des zu versteigernden Wertpapiers abweichen.

 

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