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| Vorheriges Los | Zurück | Nächstes Los | | Losnr.: | 268 (Europa/Asien/Afrika/Australien) | | Titel: | Bank of England | | Auflistung: | Exchequer Bill 100 £ 23.6.1709 (R 10). | | Ausruf: | 500,00 EUR | Ausgabe- datum: | 23.06.1709 | Ausgabe- ort: | London | | Abbildung: |  | | Stücknr.: | 10023 | | Info: | Die zentrale Idee der britischen Finanzrevolution bestand darin, die Staatsverschuldung institutionell von der persönlichen Kreditwürdigkeit des Monarchen zu lösen, um die in der Volkswirtschaft vorhandenen Kapitalressourcen mobilisieren zu können. Zu diesem Zweck autorisierte das Parlament 1694 eine Gruppe vermögender Londoner Kaufleute zur Gründung der privilegierten Bank of England. Diese übernahm dem Staat ihr anfängliches Aktienkapital von 1,2 Millionen Pfund in Form verzinslicher Staatsschulden ("Annuities"). Die Glaubwürdigkeit des Systems wurde durch den sogenannten "sinking fund" erhöht, einen aus bestimmten Steuerquellen gespeisten Tilgungsfonds. Darüber hinaus handelte die Bank of England die Annuities kontinuierlich an der Londoner Börse und etablierte damit einen liquiden Sekundärmarkt. Das entscheidende Resultat war ein wachsendes Vertrauen der Wirtschaftseliten in die jederzeitige Konvertierbarkeit der Staatsanleihen in Bargeld. Im Gegensatz zu den kreditunzuverlässigen Fürstenhöfen Kontinentaleuropas wurden staatliche Schuldverschreibungen nun auch als Sicherheiten in privaten Kreditbeziehungen akzeptiert. Auf dieser Basis konnte die Bank of England mit der Emission von Banknoten beginnen, die sich rasch als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel durchsetzten. Die Deckung dieser Noten beruhte nicht mehr ausschließlich auf Edelmetallreserven, sondern auch auf den im Bestand der Bank befindlichen Staatsanleihen. Dadurch unterstützten sich Staatsschuld und Geldumlauf wechselseitig, sodass die öffentliche Verschuldung faktisch monetarisiert wurde. Eine vollständige Rückzahlung der Staatsschuld wäre in diesem System kontraproduktiv gewesen, da sie die Geldversorgung und damit die wirtschaftliche Dynamik eingeschränkt hätte. | | Besonder-heiten: | Eine frühe Form des staatlichen Papiergeldes, welches als Instrument des königlichen Schatzamtes (Exchequer) ausgegeben wurde. In einer Zeit, in der das Königreich unter Königin Anne durch den Spanischen Erbfolgekrieg finanziell stark belastet war, dienten diese Scheine dazu, kurzfristige Liquidität zu schaffen. Um den Wert dieser Scheine zu garantieren und sie im Umlauf zu halten, wurde die Bank of England gesetzlich verpflichtet, die Exchequer Bills bei Vorlage jederzeit gegen Bargeld (Gold oder Silber) einzulösen. Im Gegenzug erhielt die Bank das Recht, ihr Aktienkapital massiv zu vergrößern, um die nötigen Reserven für diese Garantie bereitzustellen. Durch dieses Gesetz durfte die Bank ihr Kapital verdoppeln. Die Zeichner der neuen Aktien stellten dem Staat das Kapital zur Verfügung, welches wiederum die Deckung für die hier vorliegenden Exchequer Bills bildete. Die Inhaber dieser Scheine erhielten eine Verzinsung von zwei Pence pro Tag ("Interest at Two Pence a Day"), was sie zu einem attraktiven Anlageinstrument machte. Original signiert von George Montagu, 1. Earl of Halifax (ca. 1684-1739). Er war zu diesem Zeitpunkt ein einflussreicher Beamter im Finanzwesen und bekleidete das Amt des Warden of the Mint (Münzmeister), bevor er später als 1. Earl of Halifax zu einer der zentralen Figuren der britischen Politik aufstieg. Die rückseitigen Vermerke über Zinsabrechnungen ziehen sich bis ins Jahr 1719, was belegt, dass dieses Dokument über lange Zeit als wertstabiles Finanzinstrument im Umlauf war. | | Verfügbar: | Strichentwertet. Rarität. (R 10) | | Erhaltung: | VF | | Zuschlag: | offen |
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