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Losnr.:283 (Europa/Asien/Afrika/Australien)
Titel:Compañia de Seguros Torrestres y Maritimos
Auflistung:Accion 500 Pesos 23.12.1789. Gründeraktie (Auflage 3.000, R 11). Kipfer E89-2.
Ausruf:2.400,00 EUR
Ausgabe-
datum:
23.12.1789
Ausgabe-
ort:
Madrid
Abbildung:Compañia de Seguros Torrestres y Maritimos
Stücknr.:2321
Info:Die Gründung der Königlichen Land- und Seeversicherungsgesellschaft im Jahr 1789 ging maßgeblich auf die Initiative des Herzogs von Osuna zurück. Er war einer der progressivsten Köpfe des spanischen Adels und ein Förderer von Kunst (z. B. Goya) und Wirtschaft. Die Gründung fiel in eine Ära tiefgreifender merkantilistischer Reformen unter König Karl IV. von Spanien. Mit der Königlichen Cedula vom 23. Dezember 1789 wurde die Gesellschaft unter den Schutz der "Maria Santísima" gestellt und erhielt ihren Sitz in Madrid. Ihr primärer Zweck war die institutionelle Absicherung des boomenden Überseehandels mit den spanischen Kolonien (Indias) sowie der Schutz inländischer Warenströme. Vor der Gründung solcher Aktiengesellschaften wurde das Versicherungsgeschäft oft durch private Konsortien oder ausländische Häuser abgewickelt; die Real Compañía sollte das Kapital im Land halten und die spanische Handelsmarine stärken. Bemerkenswert ist ihre frühe transatlantische Reichweite: Bereits kurz nach ihrer Gründung unterhielt sie Agenturen in wichtigen Kolonialhäfen wie Buenos Aires (Río de la Plata), wo sie das moderne Versicherungswesen im heutigen Argentinien mitbegründete. Obwohl die Gesellschaft mit großen Ambitionen und unter dem Schutz des Hochadels startete, endete ihre aktive Phase bereits nach etwa zwei Jahrzehnten. Als Seeversicherer war die Gesellschaft extrem abhängig von der Sicherheit der Schifffahrtsrouten nach Amerika. Die anhaltenden Kriege mit England und die Vernichtung der spanischen Flotte (gipfelnd in der Schlacht von Trafalgar 1805) führten zu massiven Verlusten durch Kaperungen, die die Kapitalreserven der Gesellschaft erschöpften. Die Gesellschaft war eng mit dem spanischen Staat verflochten. Die enorme Staatsverschuldung unter Karl IV. und die Instabilität der Währung (Reales) unterminierten das Vertrauen der Aktionäre und die Fähigkeit der Firma, große Schadenssummen auszuzahlen. Die formale Abwicklung und Einstellung des Geschäftsbetriebs erfolgte in den Jahren nach 1800, wobei die Gesellschaft in den Wirren der Napoleonischen Kriege (ab 1808) faktisch aufhörte zu existieren.
Besonder-heiten:Kupferstich auf Büttenpapier, Doppelblatt. Die Vignette im oberen Bereich ist ein hochkomplexes heraldisches und allegorisches Kunstwerk, das den königlichen Status und den Tätigkeitsbereich der Firma visualisiert: Ein ovales Medaillon im Zentrum zeigt eine Hafen- oder Küstenszene mit einem Segelschiff - ein direktes Symbol für die Seeversicherung. Das Medaillon wird von den Ketten des Ordens vom Goldenen Vlies umschlossen und von der spanischen Königskrone bekrönt. Links und rechts sind maritime Symbole wie Anker und Warenballen zu erkennen, die für den Welthandel stehen. Oben verläuft ein Banner mit der Aufschrift (Hypothekarisch gesichert über 500 Pesos). Das Gesamtkapital betrug 45 Millionen Reales, aufgeteilt in drei Klassen. Das hier angebotene Exemplar (Klasse 2) war eine sogenannte Hypotheken-Aktie, die durch unbelastete Grundstücke des Zeichners besichert werden musste. Auf der Aktie finden sich die eigenhändigen Unterschriften der damaligen Führungsriege, darunter von El Conde del Carpio und Miguel de Goyeneche. Conde del Carpio gehörte zum engsten Kreis des spanischen Hofes gehörte. De Goyeneche signierte als Consiliario (Beirat). Sein Engagement verlieh dem Unternehmen die notwendige aristokratische Gravitas, um Investoren aus dem Adel und dem wohlhabenden Bürgertum zu gewinnen. Die Familie Goyeneche war eine der mächtigsten baskisch-navarresischen Handels- und Bankiersfamilien im Madrid des 18. Jahrhunderts.
Verfügbar:Stellenweise etwas verfärbt. Museale Rarität aus Sammlung Werner Deichmann. (R 11)
Erhaltung:VF
Zuschlag:offen
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