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 | Los Details |
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| Vorheriges Los | Zurück | Nächstes Los | | Losnr.: | 245 (Skandinavien) | | Titel: | Danske West-Indiske og Guineiske Compagnie | | Auflistung: | 6 % Obl. 500 Riksdaler Courant 18.10.1736 (R 10). | | Ausruf: | 1.000,00 EUR | Ausgabe- datum: | 18.10.1736 | Ausgabe- ort: | Kopenhagen | | Abbildung: |  | | Info: | Überseehandel war ein kapitalintensives Unterfangen. In Forts, in Plantagen, in Schiffe, in Waren (und, leider, auch in Sklaven) mußten gewaltige Summen investiert werden. Die im Überseehandel aktiven Nationalstaaten hatten dafür im allgemeinen weder das Geld noch die unternehmerischen Fähigkeiten. Daher wurde das benötigte Kapital durch Handelskompanien aufgebracht. In diesen Kompanien nehmen Aktiengesellschaften moderner Prägung ihren Anfang. In der Aktionärsliste obenan standen meist die Herrscher und Angehörige des Herrscherhauses. Von dieser hohen Stelle wurden der Gesellschaft denn auch gern Privilegien und Monopole verliehen. Die Königliche Dänisch Westindische und Guineische Kompanie wurde gegründet 1653 unter dem Namen Dänisch Westindische Handelsgesellschaft (1674 umbenannt). Der dänische König verlieh der Gesellschaft das Monopol für den Handel mit den Karibischen Inseln und der afrikanischen Küste. Im Gegenzug übernahm sie die Verwaltung und Verantwortung für die Übersee-Dependancen sowie deren Unterstützung, Kultivierung, Verteidigung und Pflege des Rechtssystems. Zunächst war die Kompanie für die Westindische Insel St. Thomas in der Karibik (heute zu den Jungferninseln gehörend) verantwortlich. Bereits 1673 hatte die Kompanie auf der Insel die ersten afrikanischen Sklaven eingeführt. Im Jahre 1784 beanspruchte das dänische Unternehmen auch die Nachbarinsel St. John für sich, bis dahin ein Piratennest. Dänemark kolonisierte St. John allerdings erst 1718 mit Sklaven von St. Thomas. Die Hälfte der von St. Thomas und St. John nach Dänemark verschifften Waren war Rohrzucker. Aufgrund des steigenden Zuckerbedarfs in Dänemark beteiligte sich die Kompanie sogar an der heimischen Zuckerproduktion und gründete in der Nähe von Kopenhagen eine Zuckerraffinerie in der Form einer AG. Die steigende dänische Nachfrage nach raffiniertem Zucker führte zu einem ausgeprägten Kaufinteresse der Kompanie an der Insel St. Croix mit ihren weitläufigen Zuckerrohrplantagen. St. Croix, die grösste der drei Westindischen Inseln, befand sich seit 1651 in französischem Besitz. Nach Verhandlungen mit den Unterhändlern des französischen Königs einigte man sich auf einen Kaufpreis von 195.000 Reichstalern. Der Vertrag für die Abtretung der Insel an die Königliche Dänisch Westindische und Guineische Kompanie wurde schliesslich am 15.6.1733 - also wenige Wochen vor Ausgabe dieser Aktie, mit der der Kauf von St. Croix finanziert wurde - von dem Abgesanden und Vertreter des französischen Königs, dem Grafen von Plelo und dem Bürgermeister Friedrich Holmstedt stellvertretend für die Kompanie ratifiziert. 1734 erhielt die Kompanie das Oktroy mit dem Alleinrecht, in Kopenhagen eine Zucker-Raffinerie anzulegen. Gleichzeitig erhöhte der Staat den Zoll auf ausländischen Zucker und wenig später verbot er seine Einfuhr ganz. Das Unternehmen sicherte sich in den folgenden Jahren nicht nur das Monopol für Import und Raffinierung von Rohzucker in Dänemark, sondern auch das für Norwegen. Das Zuckermonopol erwies sich als äußerst lukrativ und gewinnbringend für die Kompanie, die innerhalb von 20 Jahren die Zuckerproduktion in St. Croix so ausgebaut hatte, dass sie nicht nur den heimischen Markt, sondern auch das Ausland mit Zucker beliefern konnte. Konkurrenzdruck und weitere Schwierigkeiten führten 1754 zur Auflösung bzw. Übernahme des Unternehmens durch die dänische Krone. Der König zahlte die Aktionäre aus, und der dänische Staat kaufte der Kompanie die Insel St. Croix ab. Sie blieb in dänischem Besitz bis 1917, als sie zusammen mit St. John und St, Thomas für 25 Mio. $ an die USA verkauft wurde. | | Besonder-heiten: | Als Gläubiger eingetragen auf den bedeutenden dänischen Büchersammler Niels Foss (1670-1751), 1715 bis 1736 Richter am Obersten Gerichtshof. Seine kostbare Bibliothek mit 11.491 Bändern wurde nach seinem Tod versteigert und von der Königlichen Bibliothek und von der Universitätsbibliothek angekauft. Gedruckt auf Büttenpapier mit Wasserzeichen, Doppelblatt, inwendig Lacksiegel mit Wappen der Compagnie und vier Originalsignaturen. Auf der dritten Seite bestätigte Niels Foss mit seiner Unterschrift fortlaufend die jährlichen Zinsen erhalten zu haben. | | Verfügbar: | Museale Rarität aus Sammlung Werner Deichmann. (R 10) | | Erhaltung: | EF-VF | | Zuschlag: | offen |
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