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Losnr.:1057 (Deutschland bis 1945)
Titel:H. Fuld & Co. Telephon- und Telegraphenwerke AG
Auflistung:6 % Teilschuldv. 1.000 RM, 5.000 RM 15.10.1933 (Muster, R 10); Dabei15 Belege aus der Firmenarchiv 1910-1935.
Ausruf:200,00 EUR
Ausgabe-
ort:
Frankfurt a.M.
Abbildung:H. Fuld & Co. Telephon- und Telegraphenwerke AG
Info:Gegründet am 13.4.1899 von dem 20-jährigen jüdischen Unternehmer Harry Fuld (1879-1932) und dem Techniker und Uhrmachermeister Carl Lehner (1871-1969) als "Deutsche Privat-Telephon-Gesellschaft H. Fuld & Co.". Inspiriert von einem belgischen Modell (La Téléphonie Privée in Brüssel), das Telefonie-Produkte vermietete, begann das Unternehmen mit der Vermietung von Haustelefonen und Intercom-Systemen für Unternehmen, um die Akzeptanz der Telefonie zu fördern - eine Innovation, die hohe Kaufkosten und Zuverlässigkeitsprobleme umging. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit profitierte das Unternehmen vom wachsenden Bedarf an Telefonen in den 1920er Jahren. Es expandierte international, mit Niederlassungen in fast allen europäischen Ländern, oft unter deutscher Leitung. 1928/1929 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt: H. Fuld & Co. Telephon- und Telegraphenwerke AG. Zu diesem Zeitpunkt umfasste der Konzern über 100 Tochtergesellschaften, ein umfangreiches Filialnetz und etwa 5.000 Mitarbeiter (davon 1.000 in den Frankfurter Fabriken im Gallus-Viertel). Bereits Ende der 1920er Jahre gab es wirtschaftliche Schwierigkeiten und Boykotte aufgrund der jüdischen Eigentümer, z. B. Kampagnen von Konkurrenten wie Siemens & Halske gegen "jüdisches Kapital". Nach der NS-Machtergreifung 1933 folgte ein systematischer Boykott durch das Reichspostministerium und Städte, was zur "Arisierung" führte. Nach 1945 wurde der Konzern rekapitalisiert, mit Beteiligung der Fuld-Erben und Thyssen. 1981 übernahm Bosch das Unternehmen, 1985 folgte die Umbenennung in Telenorma. Später wurde es zu Tenovis und schließlich in Avaya Inc. integriert. Der historische Standort im Gallus-Viertel existiert teilweise noch, und eine Straße in Frankfurt ist nach Harry Fuld benannt. Die Firma spielte eine Schlüsselrolle in der frühen Telefonie, mit Produkten wie Telefonen, Telegraphen, Uhren und Systemen, die die Moderne prägten.
Besonder-heiten:Die beiden Teilschuldver. jeweils mit Kupons. Dabei Mietverträge für Telephonie-Apparate, sechs der Firmenschreiben mit großen Werksabbildungen (u.a. der Sarotti AG von 1930 und der Telefon Gesellschaft Danzig GmbH von 1924). Die zwei Kostenanschläge jeweils mehrseitig, vorderseitig großer Briefkopf mit Abb. der Fuld-Werke in Frankfurt am Main, die beiliegenden Blätter mit Abb. von Telephonie-Zentralen und Fernsprechapparaten mit Angabe von Montage- und Mietpreisen.
Verfügbar:Raritäten zur Dokumentation der Telekommunikationsgeschichte.
Erhaltung:EF-VF
Zuschlag:offen
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Alle Wertpapiere stammen aus unserer Bilddatenbank. Es kann deshalb vorkommen, dass bei Abbildungen auf Archivmaterial zurückgegriffen wird. Die Stückenummer des abgebildeten Wertpapiers kann also von der Nummer des zu versteigernden Wertpapiers abweichen.

 

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