Seite 166 - HSK-Kataglog31

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985.
Karpathia Marmorwerke AG, Crimmitschau i. Sa.
EF-VF
200 €
Aktie 500 RM 2.8.1927 (Auflage 145, R 10), #109
Abb.
Gründung 1926 in Crimmitschau, Sitz ab Febr. 1927 in Dresden. Gewinnung von Marmor und anderen mineralischen Produkten
in den Südkarpathen. Zur Wahrnehmung der Interessen vor Ort in der Tschechei wurde die Firma Max Eichhorn in Neresnica
errichtet und in das Handelsregister eingetragen. 1927 außerdem Übernahme der Verkaufsrechte für einen benachbarten
Marmorbruch, womit die Ges. in der Tschechoslowakei sodann konkurrenzlos dastand. Ab 1929 auch Aufschluß des
Dolomitvorkommens, nachdem zuvor die Mehrheit am Konkurrenten Dolomit GmbH erworben worden war. 1931 Auflösung der
AG und Einbringung aller Aktiva in eine luxemburgische Holdinggesellschaft. Großformatig, Umrahmung im Stil eines
Bilderrahmens. Lochentwertet (RB). Nur 5 Stück lagen im Reichsbankschatz. (16)
986.
Kerkerbachbahn AG, Kerkerbach, Post Runkel a.d. Lahn
VF
200 €
Aktie 400 RM Sept. 1925 (Auflage 4894, R 9), #8370
Abb.
Gründung 1884. Schmalspurbahn mit Hauptstrecke Dehrn-Kerkerbach-Heckholzhausen-Hintermeilingen-Mengerskirchen. 1974
Verkauf des Bahnbetriebes an die Bundesbahn, danach nur noch Vermögensverwaltung. Mehrere Sitzverlegungen. Konkurs 1984. Aktie
wurde 1935 umgestellt auf 120 RM, 1936 herabgesetzt auf 100 RM.
Nicht
lochentwertet, mit holl. Steuerstempel. Etwas rostfleckig. (18)
987.
Kerkerbachbahn AG, Kerkerbach, Post Runkel a.d. Lahn
VF
100 €
Genußschein 100 RM Nov. 1925 (R 8), #481
Nicht
lochentwertet. (69)
988.
Klein, Schanzlin & Becker AG, Frankenthal
EF+
100 €
Aktie 100 RM Mai 1928 (Auflage 5600, R 9), #6976
Abb.
Gründung 1871 als Armaturenfabrik. In den folgenden Jahren wurde das Produktionsprogramm um Dampfmaschinen, Pumpen,
Filterpressen und Kompressoren ergänzt. Seit 1887 AG. 1924-34 Übernahme von Zweigbetrieben in Homburg/Saar, Nürnberg,
Pegnitz, Oschersleben/Bode, Bremen und Leipzig. 1988 Umfirmierung in KSB AG. Mit 35 Produktionsstätten in 19 Ländern heute
einer der größten Pumpenhersteller der Welt.
Nicht
lochentwertet, in dieser Form erst 3 x (zuletzt 1996!) im GET notiert. (112)
989.
Kleinbahn-AG Kohlfurt-Rothwasser, Rothwasser
EF
150 €
Aktie 1.000 Mark 21.10.1913. Gründeraktie (Auflage 440, R 7), #143
Abb.
Auf der nur 6,3 km langen Strecke nordöstlich von Görlitz wurden mit 6 Mann Personal gerade noch 20 Fahrgäste am Tag
befördert, die Bahn überlebte aber bis nach 1945. Dividenden wurden nie gezahlt. (21)
990.
Kleinbahn-AG Neuhaldensleben-Weferlingen, Neuhaldensleben
EF
100 €
Namens-Actie 1.000 Mark 15.5.1907. Gründeraktie (Auflage 1450, R 8), #28
Abb.
Die 31,9 km lange Strecke wurde 1922 auf die Kleinbahn-AG Gardelegen-Neuhaldensleben übertragen. Firma zuletzt G-H-W-
Eisenbahn AG, Großaktionäre waren der preußische Staat und die Provinz Sachsen. 1949 Übernahme durch die Deutsche
Reichsbahn, 1999 Einstellung des Personenverkehrs. Umgestellt auf 800 RM. Ausgestellt auf Graf August Karl von der
Schulenburg, Altenhausen.
Nicht
lochentwertet. (79)
991.
Kleinbahn-AG Rennsteig-Frauenwald, Frauenwald
EF+
125 €
Aktie 1.000 Mark 30.12.1912. Gründeraktie (Auflage 240, R 7), #302
Die 4,8 km lange Mini-Eisenbahn hatte mehr Aktionäre als Mitarbeiter und Passagiere am Tag: 1 Lok, 1 Personenwagen und 1
Güterwagen waren ihre ganze Ausstattung. Parallel zum heutigen Rennsteig-Wanderweg fuhr sie ein kurzes Stück auf dem Kamm
des Thüringer Waldes, ausgehend vom Bahnhof Rennsteig, der wegen der beengten Verhältnisse (steiler Terrainabfall nach beiden
Seiten) als Kopfbahnhof ausgeführt werden musste. Originalunterschriften. Ohne Lochentwertung. (119)
992.
Kloster-Actien-Bierbrauerei, Salzungen
VF
200 €
Namens-Stamm-Prior.-Actie 100 Thaler = 300 Mark 1.10.1875. Gründeraktie (Auflage 298, R 9), #119
Abb.
Gründung 1874. Betrieb der Bierbrauerei und Mälzerei sowie von Gast- und Schankwirtschaften. Jährlicher Bierabsatz ca. 20.000
Hektoliter. Daneben besaß die Brauerei Wirtschaftsanwesen in Unkeroda, Ruhla, Bernhardshall, Frauenbreitungen, Salzungen,
Steinbach-Hallenberg, Steinbach S.M., Struth, Barchfeld und Tiefenort. 1929 Fusion mit der Aktienbrauerei Eisenach als
aufnehmender Gesellschaft, mit der schon seit 1923 eine Interessengemeinschaft bestanden hatte. (119)
993.
Königlich-Sächsisches Berg-Amt Altenberg
EF-VF
450 €
sammt Berggieshübel und Glashütte, Altenberg
Ausbeute-Schein von 1838 (
R 11
)
Abb.
Der Ausbeute-Schein titelt weiterhin „...über die Austheilung der Ausbeute und des wiederstatteten Verlags auf das Jahr 1838 für
Zwitterstocks tiefer Erbstolln, Rothe Zeche Fundgrube am Neufange, Neue Hoffnung Fundgrube am Neufange, Allergnädigst
privilegirtes Vitriol- und Schwefelwerk zu Berggieshübel, Mutter Gottes Fundgrube am Kirchberge und Gnade Gottes sammt Hülfe
Gottes Erbstolln in derlangen Gasse.“ Neben den Zinnvorkommen vor allem im Bereich des Altenberger Zwitterstocks traten außerdem
Vorkommen an Kupfer-, Eisen- und Silbererz im Ost-Erzgebirge auf, Raseneisenerz in der Oberlausitz, Steinkohle im Freital-Döhlener
Becken und Braunkohle in der Lausitz. Von den drei in diesem Gebiet (bereits seit dem 16. Jahrhundert bestehenden) zuständigen
Bergämtern konnte sich schließlich das Bergamt in Altenberg als bedeutendstes gegen die in Berggießhübel und Glashütte behaupten.
Die Einheit dieser drei Bergämter, die Zusammenführung erfolgte schrittweise, wurde 1783 bestätigt. Gleichzeit wurde die bisherige
Personalunion in die Form eines „Kombinierten Bergamts“ umgewandelt. 1851 ging gemäß der geänderten Bergverfassung die
Aufsicht über den Kohlenbergbau an die neugegründete Kohlenwerksinspektion über. Die im Bergamtsbezirk liegenden
Vasallenbergämter wurden aufgelöst. 1864 verlegte man den Sitz des Bergamtes nach einem Brand in Altenberg nach Dippoldiswalde.
1867 schließlich wurde das gesamte Altenberger Revier mit seinen Unterrevieren in das Bergamt Freiberg integriert, das im Jahr darauf
im neu geschaffenen Landesbergamt Freiberg aufging. Offenkundig waren die meisten Bergwerke im Erzgebirge wenig profitabel, sind
bisher doch wesentlich mehr Zubußscheine = Nachschuss-Aufforderungen bzw. Quittungen auf dem Markt für Historische
Wertpapiere bekannt geworden als Ausbeutescheine, eine Art Dividendenbestätigung. Bei diesem vierseitigen Druck auf Büttenpapier
wird zunächst das exakte Ergebnis 1838 in Thaler / Groschen / Pfennig jeder der oben genannten Erbstolln/Fundgruben genannt -
dazu die jeweilige “ungefähre Kuxtaxe Remin. 1839”, also der Kurs im 1. Quartal 1839. Auf den folgenden Seiten werden “Sämmtliche
in den rubricirten Berg-Amts-Revieren im Jahre 1838 mit gewerkschaftlichen Beträgen betriebene Berggebäude” namentlich
aufgeführt: 17 Gruben im Altenberger, 11 im Berggieshübler und 15 im Glashütter Revier - nicht zuletzt eine sprachlich interessante
Ansammlung der seinerzeit gern religiös motivierten Namensgebung wie “Dreyfaltigkeit”, “Gnade Gottes sammt Hülfe Gottes”,
“Osterlamm”. Für insgesamt 40 Bergwerke werden überdies genannt: Die im Jahr 1838 ausgebrachten “Producte” in Zentner, getrennt
nach Silber, Zinn, Eisenstein usw., dazu die jeweils erzielten Geldbeträge bzw. eingeforderten Zubußen. Das mit weitem Abstand
ergiebigste Bergwerk ist demnach das Vereinigt Feld im Zwitterstock zu Altenberg mit einer Ausbeute von 1.631 Zentnern Zinn bzw.
50.687 Thalern gewesen. Somit ein Dokument von herausragender Bedeutung für den historischen Bergbau im Erzgebirge. Uns ist nur
ein weiteres Exemplar dieser Art aus Altenberg bekannt (auf das Jahr 1832, in fester Sammlerhand). Am unteren Rand fleckig. (58)
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