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Losnr.:894 (Deutschland bis 1945)
Titel:Bau-Gesellschaft für Eisenbahn-Unternehmungen CGaA F. Plessner & Comp.
Auflistung:Antheil-Schein 200 Thaler 12.1.1872. (R 9).
Ausruf:180,00 EUR
Ausgabe-
datum:
12.01.1872
Ausgabe-
ort:
Berlin
Abbildung:Bau-Gesellschaft für Eisenbahn-Unternehmungen CGaA F. Plessner & Comp.
Stücknr.:10502
Info:Am Beispiel dieser Gesellschaft werden die Auswüchse der Gründerzeit besonders deutlich. In Erwartung eines ungemeinen Wirtschaftsaufschwunges nach den Reparationszahlungen aus Frankreich und begünstigt durch das gerade in Kraft getretene Aktiengesetz schossen die Aktiengesellschaften 1871/72 wie Pilze aus dem Boden. In einem Jahr wurden mehr AG's gegründet als bis dahin in Summe - mit landesherrlichem Privileg - überhaupt bestanden hatten. Das Vorgehensmuster war überall ziemlich gleich: die Initiatoren kauften, oft schon zu überhöhtem Preis, einem Fabrikbesitzer sein Unternehmen ab. Es flossen Provisionen in alle Richtungen und schließlich bürdete man die ohnehin schon zu teuer gekauften Fabrikanlagen zu nochmals verdoppeltem oder verdreifachtem Preis einer dafür gegründeten AG auf. Nun strichen die Banken noch große Kommissionen für die Platzierung ein, ehe das Publikum die Aktien endlich zeichnen "durfte". Meist jedoch erst, nachdem der Kurs nach der offiziellen Einführung noch einmal kräftig über pari hinaufmanipuliert worden war. Auf dem Höhepunkt dieses Schwindels wurde sich nicht mehr die Mühe gemacht, überhaupt noch reelle, bestehende Unternehmen als Basis einer AG-Gründung zu nehmen: phantastische Ideen über das, was man zu unternehmen gedenke, reichten völlig aus, um dem genauso profitgierigen (nur dümmeren) Anlegerpublikum das Geld aus der Tasche zu ziehen. Genau das war der Fall bei der Bau-Gesellschaft für Eisenbahn-Unternehmungen: ein Kapital von 4 1/2 Mio. Thalern floss nur für Versprechungen. Kühne Ankündigungen und (aufgrund gefälschter Bilanzen) aus der Substanz gezahlte Dividenden von 14 % ließen den Kurs bis auf 180 % steigen. Statt eines großartigen Aufschwungs kam schon 1875 der Bankrott. Das war natürlich nur möglich, weil die Anleger der Zugkraft bekannter Namen vertrauten, und hier wird die Sache pikant bis anrüchig: Initiatoren der Gesellschaft waren nämlich allen voran August J. A. Borsig, Paul Mendelssohn-Bartholdy und Adalbert Delbrück - eine "feine" Gesellschaft, durch die die Aktionäre 8 Mio. Thaler und die Gläubiger weitere 5 Mio. Thaler verloren.
Besonder-heiten:Sehr dekorativer Druck von G&D. Stilisierte florale Zierumrandung mit Vignette, die eine Eisenbahnszene zeigt. Originalsignaturen.
Verfügbar:Eingetragen auf den großen Bankier Jacob Loeb Eltzbacher und rückseitig mit seiner eigenhändigen Unterschrift. Sein Bankhaus J. L. Eltzbacher & Co. hatte ab 1865 die bisher in staatlichem Besitz befindlichen Gruben, Hochöfen und Hüttenwerke erworben, darunter auch das Hüttenroder Feld mit reichen Eisenerzvorkommen. Zu Bündelung dieser Akrtivitäten gründete Eltzbacher im Jahr 1870 die Harzer Werke. Das Unternehmen begann mit dem Bau der Erzstufenbahn und dem Hüttenwerk in Blankenburg. Im gleichen Jahr gründete Eltzbacher die Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn. (R 9)
Erhaltung:VF.
Zuschlag:offen
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Alle Wertpapiere stammen aus unserer Bilddatenbank. Es kann deshalb vorkommen, dass bei Abbildungen auf Archivmaterial zurückgegriffen wird. Die Stückenummer des abgebildeten Wertpapiers kann also von der Nummer des zu versteigernden Wertpapiers abweichen.

 

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